Die westlichen Regierungen sind in Nordafrika in ein ziemliches Schlamassel gerutscht, und irgendwie scheinen langsam aber sicher alle den Überblick zu verlieren. Herr der Lage waren die Herren Aussenminister zwischen Berlin, Paris und New York nie, hatte doch niemand kommen sehen, was sich da für eine revolutiönäre Dynamik entwickelt. Und wahrscheinlich ist das eine dieser diplomatischen Gemengelagen, in denen man irgendwie nur das Falsche machen kann, (s. Westerwelle) auch wenn man -mit einiger Verspätung – versucht, schnell noch etwas richtig zu machen (s. Sarkozy). Die Gefahr, dass am Ende alles daneben geht ist -mit Verlaub – mehr als groß.
Thomas L. Friedman, preisgekrönter Edelfeder der New York Times, hat es sich die Mühe gemacht, das aufzudröseln. Und er steht – im Gegensatz zu den deutschen Kolumnisten -
seiner Regierung und ihren offensichtlichen Schwierigkeiten, eine vernünftige Entscheidung zu treffen, was da zwischen Libyen und Bahrain zu tun ist, mit einiger Symphatie gegenüber :
It’s hard stuff, and it’s just the beginning. In Libya we have to figure out wether to help rebels we do not know topple a terrible regime we do not like while (…) we turn a blind eye to a monarch whom we do like in Bahrain, who has violently repressed a people we also like (…) because these people have in their ranks people we don’t like: pro-Iranian Shiite hard-liners.
So geht seine amüsante ‘like – dislike’ Kausalkette weiter: mit den Saudis, denen wir gerne mal die Meinung sagen würden, was wir aber nicht können, weil wir ihr Geld und vor allem ihr Öl brauchen. Und mit Syrien, wo Niemand auch nur halb so entschlossen darüber nachdenkt, einen Herrn Assad loszuwerden, wie einige Ecken weiter einen Herrn Gaddafi. „Welcome to the Middle East of 2011!!! ruft Friedman freudig bis verzweifelt. Und er schließt mit einem Gedankengang, den ich so ohne weiteres unterscheiben würde:
„I don’t know Libya, but my gut tells me that any kind of decent outcome will require boots on the ground (…) You bomb it, you own it.“
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